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Bald gehts los!


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Aufnahmedatum
22.08.2013 12:12 (Ortszeit)

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22.08.2013 12:12 (dt. Zeit)

Der Reiseplan steht, das Visum ist da, ein wenig Bargeld für den Anfang habe ich auch, nächste Woche Freitag gehts los! Bin schon recht aufgeregt, vor allem, weil ich bislang noch kein Zimmer habe. Es geht dann auf jeden Fall zuerst mal für eine Nacht ins Hostel. Fortsetzung folgt...

Warten...


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Aufnahmedatum
30.08.2013 14:28 (Ortszeit)

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30.08.2013 14:35 (dt. Zeit)

Noch eine Stunde bis zum Abheben.

Und noch mehr warten!


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Aufnahmedatum
31.08.2013 00:02 (Ortszeit)

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31.08.2013 05:28 (dt. Zeit)

Noch gut fünf Stunden in Doha. Der Flughafen platzt aus allen Nähten, es gibt kostenloses WLAN und um jede Steckdose bilden sich Menschentrauben. Bei den Trinkbrunnen kann man wählen zwischen heißem Wasser und keinem Wasser. Das Klima draußen ist unglaublich, 35° mitten in der Nacht und eine Luftfeuchtigkeit wie im Tropenhaus. Der Flug bisher war ok, ich hatte ziemlich viel Platz, weil der Sitz neben mir frei war. Dafür ist das Infotainment-System andauernd abgeschmiert und die Steckdose ging auch nicht. WLAN für 2 US$ war erstaunlich gut und werde ich auf meinem Weiterflug morgen wohl schmerzlich vermissen.

Da bin ich


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Aufnahmedatum
01.09.2013 00:30 (Ortszeit)

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31.08.2013 19:39 (dt. Zeit)

Nach gefühlt endloser Reise nun doch noch angekommen. In Doha habe ich vielleicht 2,5 h geschlafen. Das kostenlose WLAN konnte man auch in die Tonne kloppen. Im Flieger ging mal wieder gar nichts (keine Steckdose, keine Filme, kein WLAN, dafür Wolken und Gewitter). Am Hongkonger Flughafen ist alles glatt gegangen, mit dem Visum hat alles gestimmt, den Koffer sofort bekommen. Der Mann am Metroschalter war sehr freundlich und wusste auch, wo ich eine SIM-Karte bekomme. Der SIM-Kartenverkäufer wollte mir dann gleich was für 38 Euro im Monat aufschwatzen, aber jetzt habe ich eine Prepaid-Karte, mit der ich für 2,5 Eurocent/min. ins dt. Festnetz telefonieren kann. Die Fahrt zum Hostel mit der Metro ging schnell und reibungslos, aber anschließend war es nicht leicht, überhaupt erst mal an die Oberfläche zu gelangen - die vermeintlichen Ausgänge führten auch nur in Einkaufspassagen. Das Zimmer ist klein und alles in schlechtem Zustand, aber einigermaßen sauber und klimatisiert. Ich war noch kurz an der Avenue of Stars am Wasser, die ist nur ein paar hundert Meter weg. Jetzt will ich gleich mal schlafen, den Jetlag habe ich glaube ich einigermaßen weg durch das Nicht-Schlafen in der letzten Nacht. Grüße aus Hong Kong! Ben

Doch irgendwie Jetlag


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01.09.2013 11:43 (Ortszeit)

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01.09.2013 17:35 (dt. Zeit)

Heute bin ich mit der Fähre nach Hong Kong Island gefahren um ein bisschen einen Einblick in die Stadt zu bekommen. Vom Pier geht es über Fußgängerbrücken, die über stark befahrene Straßen führen, zur ifc-mall. Das luxuriöse Einkaufscenter will mit seinem Namen (ifc für International Finance Centre), seinen zwei Bürohochhäusern und seinen zwei Metro-Stationen im Untergrund wohl so was wie das wtc Asiens sein. Auch der Hongkonger Apple Store ist hier zu finden. Von da aus geht es weiter über Fußgängerbrücken ins nächste Einkaufszentrum und ab da kann man ohne den klimatisierten Bereich zu verlassen durch die halbe Stadt laufen. Von einer shopping mall zur nächsten geht es durch Glasbrücken über die belebten Straßen. Viel zu sehen gibt es in den malls eigentlich nicht, überall dieselben Edel- und Luxusmarken. Am besten sind die Ausblicke aus den Glasbrücken auf die wie an Perlenketten fahrenden Doppeldecker-Straßenbahnen und -Busse und die Tatsache, dass alles klimatisiert ist. Denn das Klima draußen haut einen ziemlich um. Zusammen mit dem doch irgendwie vorhandenen Jetlag und dem drückenden Gefühl, immer noch kein Zimmer zu haben, habe ich es nicht sehr lange im Freien ausgehalten.

Tsim Sha Tsui, wo es am schönsten ist


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01.09.2013 21:59 (Ortszeit)

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01.09.2013 17:55 (dt. Zeit)

Tsim Sha Tsui heißt der Bereich an der Südspitze der Halbinsel Kowloon, wo mein Hostel ist. Hier stehen die modernsten Wolkenkratzer zwischen den heruntergekommensten Altbauten. Aber auch in den Schrottimmobilien befinden sich im Erdgeschoss oft luxuriöse Schmuck- und Uhrenläden oder Restaurants, direkt neben gammelig aussehenden Nähstübchen. Alle Straßen sind knall voll Menschen, Busse, Taxen, deutsche und italienische Autos und hier gibt es nicht einmal eine großzügige shopping mall, in die man flüchten könnte. Dafür habe ich heute Abend diese Fußgängerzone im Osten entdeckt, wo es sehr ruhig zugeht. Das scheint hier mehr der Bereich der Einheimischen zu sein, da ist nicht alles auf Englisch. An einem großen Platz mit Bäumen und Springbrunnen gibt es viele offene Bars, wo die Leute draußen sitzen und Fußball schauen, wie man das inzwischen auch bei uns im Sommer kennt. In einer Seitenstraße gab es an einem Laden lauter Spieße mit verschiedenen Sachen drauf. Es gab Bilder mit Preisen aber nur chinesische Bezeichnungen. Ich habe einen Spieß mit drei Fleischbällchen gekauft, der hat gut geschmeckt aber ich habe keine Ahnung, was das wohl war.

Zum ersten Mal an der Uni


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Aufnahmedatum
02.09.2013 13:33 (Ortszeit)

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02.09.2013 17:35 (dt. Zeit)

Nachdem heute Morgen noch die Leitungen geglüht haben, da ich noch nach Zimmern gesucht habe und rumtelefoniert und Mails geschrieben habe, bin ich gegen Mittag dann zum ersten Mal zur Uni gefahren. Das Hinkommen war schon nicht so einfach, wie gedacht. Mit dem Bus fahren und 1x umsteigen habe ich für ziemlich einfach gehalten, aber es gibt aufgrund der zahllosen Buslinien keinen Liniennetzplan und Google Maps hat mich grandios verarscht und mich an einer Haltestelle umsteigen lassen, an der der Bus zur Uni zwar vorbeifährt, aber nicht anhält. Während also alle paar Minuten ein Bus an mir vorbeigefahren ist, mit dem ich hätte mitfahren wollen, bin ich zuerst die Straße hoch gelaufen und, weil da auch nirgends eine entsprechende Haltestelle war, habe ich es in der Gegenrichtung versucht. Zwischendurch habe ich immer wieder Passanten gefragt, die aber alle entweder keine Ahnung hatten oder kein Englisch verstanden. An der Endstation der Busse habe ich dann eine Frau gefragt, die an einem kleinen Stand die Kassen der Busfahrer geleert hat. Die konnte zwar auch nicht wirklich Englisch, aber die Frage wurde ihr anscheinend schon öfter gestellt, denn die Antwort stand schon auf einer Tafel in ihrem Stand. Nach ein paarhundert Metern weiterem Fußweg und insgesamt einer Dreiviertelstunde Umherirren in der schwülen Hitze konnte ich dann endlich in den Bus zur Uni steigen.

An der Uni angekommen wurde ich von einem großen Trubel überrascht, denn es lief gerade eine Welcome-Party für alle Neuen im Atrium. Dem aufgeführten Show-Tanz konnte ich aber nicht viel abgewinnen und man hat auch kaum etwas gesehen durch die Menschenmassen. Das Atrium ist mit Glas überdacht, aber vorne und hinten offen. Vorne läuft man ebenerdig rein, links geht es in die Bibliothek, rechts in die eigentlichen Unigebäude, nach hinten hinaus hat man einen tollen Blick auf die Bucht, wie im Bild zu sehen. Im Atrium fürhren auch Rolltreppen nach unten, unter anderem zur Kantine. Ganz rechts im Bild sieht man noch eine Ecke der Terrasse der Kantine, auf die man sich zum Essen ins Freie setzen kann. Ich habe dort heute ein Gericht mit Reis, Gemüse, Ente und Schweinefleisch gegessen und zusammen mit einem Getränk etwa 2,50 Euro bezahlt.

Beim ARRO (sowas wie das Studienbüro) wollte ich mich heute Einschreiben, was aber nicht geklappt hat. Die Frau konnte meinen Datensatz im Computer nicht finden und meinte nach einigen Telefonaten dann, dass ich morgen wieder kommen soll. Das hat an der School of Engineering aber offenbar keiner mitbekommen, denn von denen bekam ich dann eine Mail, ob ich mich denn heute etwa nicht registiert hätte? Ein schönes bürokratisches Chaos, fast wie in Karlsruhe. Danach habe ich mir noch verschiedene Zimmer in der Umgebung angesehen. Ich habe jetzt ein sehr kleines und teures Zimmer in einem sehr neuen Hochhaus (Erstbezug). Es ist eine Fünfer-WG und ich hoffe auf nette Mitbewohner, denn von denen war während meiner Besichtigung niemand da. Laut Vermieter handelt es sich bei denen um zwei Deutsche, eine Österreicherin und einen Inder, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Auf jeden Fall studieren alle an derselben Uni wie ich. Morgen werde ich aus dem Hostel dorthin umziehen.

Endlich ein Zimmer


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Aufnahmedatum
03.09.2013 15:26 (Ortszeit)

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05.09.2013 11:29 (dt. Zeit)

Dienstagmorgen habe ich mein Gepäck in mein neues Zimmer gebracht und dann wollte ich wieder zur Uni, einen neuen Versuch unternehmen, mich einzuschreiben. Aber gerade da erreicht mich eine Mail von denen, dass sie das Problem mit meinem Datensatz noch nicht lösen konnten und ich erst Mittwoch kommen sollte. Mittlerweile ist es etwas regnerisch, was macht man mit einem halben Regentag? Ich bin mit der MTR (U-Bahn) auf die Insel gefahren und bin dort quer durch die Stadt mit der Doppeldecker-Straßenbahn gefahren (von North Point bis Central, gute 5 km was etwa eine halbe Stunde dauert mit der Straßenbahn, mit der MTR wenige Minuten; die Fahrt kostet umgerechnet 23 Cent, egal, wie weit man fährt).

In Central wollte ich mir die City Gallery ansehen, aber die hat Dienstags geschlossen. Ich habe mich dann an den Hafen gesetzt und später bin ich mit dem Handlanger des Vermieters zur Wohnung zurück gefahren um mein Bett aufzubauen. Mehr Möbel als ein Bett und einen Stuhl habe ich bisher nicht, aber ich frage mich sowieso, wie mehr in diesen Raum passen soll. Die Anerkennung des Handlangers hatte ich mir spätestens verdient, als ich eine Möglichkeit gefunden hatte, das Bett in einem Raum aufzubauen, der genauso lang ist wie das Bett selber. Aber der ist sowieso sehr nett, auch so Mitte Zwanzig schätze ich. Er hat mir und ein paar anderen dann noch die Gemeinschaftsräume der Wohnanlage gezeigt, die ich noch nicht gesehen hatte. Es gibt ein Schwimmbad, Trainingsräume, eine Sporthalle für Basketball, Badminton und Tischtennis, Bowling-Bahnen und noch mehr. Für Bewohner ist das alles vergünstigt, Schwimmbad kostet so umgerechnet 1 Euro.

Als ich wieder in die Wohnung gekommen bin, habe ich meinen portugiesischen Mitbewohner getroffen es gibt gar keine zwei Deutschen, nur einen und dafür noch den Portugieser). Der hatte gerade Probleme, ohne Flschenöffner sein Paulaner Weißbier aufzubekommen und als ich ihm helfen konnte, hat er mich direkt zum Essen eingeladen, er hatte etwas mit Hähnchen gekocht. Später habe ich auch noch den deutschen Mitbewohner kennengelernt, der ist auch nett. Die Östereicherin kommt erst nächste Woche, der Inder wohnt noch mit einem Pakistani zusammen in einem kleinen Zimmer, die haben ein eigenes Bad und auch sonst anscheinend nicht viel mit den anderen Bewohnern zu tun. Keiner weiß, wie die zu zweit in das Zimmer passen und ständig heißt es, sie würden ausziehen, das blickt keiner. Das Bild habe ich mittags am Hafen aufgenommen. Meine Wohnung ist ungefähr in der Richtung, wo man zwischen den beiden Kranen hindurch die Wohnhochhäuser in der Ferne sieht.

Erste Vorlesung


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Aufnahmedatum
04.09.2013 16:19 (Ortszeit)

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05.09.2013 12:10 (dt. Zeit)

Mittwoch bin ich wieder an die Uni gefahren, um mich Einzuschreiben. (Déjà-vu?) Auch an diesem Tag hatte ich kein Glück. Zwar hatten sie mittlerweile meine Daten da, ich sollte dann meine Studiengebühren bei einer direkt an der Uni vorhandenen Bankfiliale bezahlen, aber das ging (im Gegensatz zu allen anderen bisher angefallenen Gebühren) nicht per Kreditkarte. Also erst mal das Geld zurück auf das Girokonto schaufeln, das kann dauern.

Da ich also wieder einen halben verregneten Tag übrig hatte, habe ich unbenutzte Ideen vom Vortag recycled und bin in die City Gallery gefahren, das ist ein interaktives Museum über Stadtentwicklung. Die Ausstellung ist sehr gut gemacht, man sieht die historische Entwicklung der Stadt aber auch die künftigen Planungen und aktuelle Baustellen, das Gebäude ist frisch renoviert und alles ist auf dem aktuellen Stand. Es gibt wenig Texte, dafür Multimedia-Shows, Modelle, Touchscreens und Kombinationen aus allem. Man kann sich z.B. an einem Touchscreen über die zahlreichen Erhohlungsmöglichkeiten von Hong Kong informieren, farbige Scheinwerfer an der Decke projizieren einen Spot auf ein dazugehöriges Landschaftsmodell und markieren so den Standort des ausgewählten Parks bzw. Wanderwege leuchten als LED-Bänder im Modell auf etc. Dazu sieht man auf dem Bildschirm Bilder und kurze Texte. Was einem gefällt, kann man bookmarken und am Ende die Liste mit den Bookmarks an die eigene Email-Adresse senden. Und im Gegensatz zu ähnlichen Installationen in europäischen Museen funktioniert das auch alles tatsächlich. Der Eintritt ist frei, wenn man einen Schließfachschlüssel will, muss man statt Pfand seine Reisepassnummer angeben. Alles etwas ungewohnt. Das Bild zeigt das Treppenhaus in der City Gallery. Wenn wieder besseres Wetter ist, gibt es vielleicht auch wieder interessantere Bilder :-)

Ich bin dann zur Uni zu meiner ersten Vorlesung gefahren, was noch mal spannend wurde (MTR knapp verpasst, nächste MTR hat den Bus knapp verpasst, nächster Bus war kaputt, Warten auf Ersatzbus, gerade noch rechtzeitig). Die erste Vorlesung war einigermaßen Einführungsgelaber, das ist bei uns ja nicht anders. Außer mir und noch ein paar Indern, die sich auch schon zusammengerottet haben, scheinen nur Chinesen in der Vorlesung zu sein. Meine Mitbewohner in der WG studieren alle International Management. Was anderes als Ausländer hier zu machen, scheint total unüblich zu sein, hat die Mitbewohner aber sehr gefreut, dass jetzt nicht NOCH einer zur selben Zeit ins Bad muss.

Endlich eingeschrieben???


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Aufnahmedatum
05.09.2013 16:32 (Ortszeit)

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05.09.2013 12:56 (dt. Zeit)

Heute (itʼs raining cats and dogs) bin ich zur Uni gefahren, um mich zu registrieren. Man kann hier übrigens bei strömendem Regen ohne Jacke oder Schirm aus dem Haus gehen, es gibt überall überdachte Fußgängerstege, auf dem Weg von der Wohnung bis zur Uni wird man nirgends nass. Ich bin zur Bank gegangen, um meine Studiengebühren per "Bank Transfer" zu begleichen, wie auf dem Zahlschein als Zahlungsmethode angegeben. Aber ratet mal - klar, das geht nur per Bank Transfer von einem Konto bei derselben Bank! Schon mal so was beklopptes gehört? Ich soll beim ARRO nach den Kontodaten fragen, wenn ich das überweisen will. Vom ARRO (Studienbüro) wurde ich zum Financial Office geschickt, bald habe ich glaube ich alle Stellen an der Uni durch. Bei der Verwaltung der School of Engineering war ich auch schon. Beim Financial Office habe ich dann tatsächlich die Kontodaten bekommen, um die Gebühren zu überweisen, habe denen beim ARRO meinen Laptop hingestellt und die Online-Überweisung gezeigt und das wurde tatsächlich so akzeptiert und ich konnte mich registrieren und habe meinen Studentenausweis und Netzwerkzugang etc. bekommen. Jippie! Kurz später hab ich dann von der School of Engineering eine Mail bekommen, das ARRO hätte ihnen mitgeteilt, dass ich mich nicht registrieren könnte, weil mein Visum bei der Einreise nicht aktiviert wurde!? Da kann es sich eigentlich nur um eine Verwechslung handeln, mein Visum ist aktiviert und ich bin registriert, hoffe ich doch mal ;-)

An der Uni gibt es nicht eine Mensa, sondern mindestens vier Restaurants. Eins ist gleich im Atriumsbereich und sieht recht edel aus, vielleicht mit dem Gastdozentenhaus in Karlsruhe vergleichbar. Einen Stock tiefer befindet sich das chinesische Selbstbedienungslokal, über das ich schon mal geschrieben hatte. Zwischen der School of Science und der School of Engineering gibt es dann noch eine etwas kleinere Mensa mit europäischen Gerichten oder was Chinesen dafür halten und dann gibt es irgendwo auch noch Mc Donaldʼs, den hab ich aber bisher noch weder gesucht noch gefunden.

Nach dem Essen (heute in der "Europa-Mensa") habe ich vor derselben eine Warteschlange stehen sehen. In Warteschlangen zu stehen, scheint hier zur Kultur zu gehören. Überall (auch dort vor der Mensa) sind mit Bändern Warteschlangenbereiche abgegrenzt, an Bushaltestellen sind die Warteschlangen für jede einzelne Buslinie auf dem Bürgersteig markiert, die Leute stehen auch vor Geschäften Schlange, wo man überhaupt nicht versteht, was es da gibt. Die Warteschlange vor der Mensa war nicht etwa fürs Essen, sie war für den Aufzug zu den Hörsälen in den oberen Stockwerken! Und die Schlange war richtig lang, vielleicht 25 m, und es ging kaum vorran. Aber keiner kommt auf die Idee, die Treppe zu nehmen, obwohl auch noch überall Schilder hängen "Healthy living starts here, take the stairs!".

Überhaupt ist alles zugekleistert mit Sicherheitshinweisen, ÜBERALL wird vor dem "Slippery floor!" gewarnt, an Rolltreppen reichen Schilder offenbar nicht mehr und es wird ununterbrochen dreisprachig durchgesagt, dass man bitte den Handlauf benutzen und auf der Rolltreppe nicht gehen soll. Auch Strafandrohungen findet man zu Hauf, irgendwas zu verschmutzen kostet fix 150 Euro, Rauchen im Nichtraucherbereich (und der ist hier fast überall) bis zu 500 Euro. Dafür ist aber auch wirklich alles super sauber. Zigarettenkippen, Kaugummis, sonstigen Müll und Dreck sieht man hier praktisch überhaupt nicht. Mir ist neulich vor dem Geschäft mein Mooncake runtergefallen, konnte man noch prima essen, da war kein Krümel Dreck zu erkennen. Wer weiße Schuhe mag, sollte nach Hong Kong ziehen.

Durch den vielen Regen in den letzten Tagen ist es jetzt doch so weit abgekühlt, dass es draußen (unter einem Dach) sehr angenehm ist. Ich sitz auch gerade mit Blick aufs Meer am Atrium. Drinnen hält man es dagegen nicht aus, alles ist total runtergekühlt, gefühlt sind es vielleicht 18°, ich habe auch schon einen Schnupfen davon inzwischen und bin auf lange Hosen umgestiegen. Aber jetzt muss ich trotzdem bald rein, meine nächste Vorlesung geht los!

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